Mein Weg von Minolta zu SONY

In den frühen Neunzigern begann meine fotografische Reise – damals noch mit einer Nikon F-301. Eine klassische Spiegelreflex, manuell zu bedienen, aber immerhin schon mit elektrischem Filmtransport. Autofokus war gerade auf dem Vormarsch, und bald war auch für mich klar: so eine Kamera muss her. Nach ausgiebigem Studium einer Marktübersicht (im FotoMagazin?) überzeugte mich Minolta mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis. Kurz darauf zog die Minolta Dynax 7xi mit zwei Objektiven bei mir ein – der Grundstein meiner heutigen Ausrüstung.

Die 7xi war spannend, aber auch ein technischer Irrweg. Minolta hatte ihr Konzept „Fuzzy Logic“ getauft: Die Kamera analysierte das Sucherbild und traf zahlreiche Entscheidungen für den Fotografen – bis hin zur motorischen Brennweitenverstellung bei den xi-Objektiven. Die Idee: Komfort. Die Realität: ein zäher Kampf gegen die Technik. Also ging die 7xi bald wieder aus dem Haus.

Mit der Dynax 700si kam die Wende: endlich wieder volle Kontrolle für den Fotografen, ein ausgewogenes Bedienkonzept und dank Hochformatgriff VC-700 auch ein ergonomisches Handling, das ich bis heute nicht missen möchte. Die Nachfolgerin Dynax 800si unterschied sich kaum, bot aber einige Komfortfunktionen ohne Zusatzkarten. Eine gute Kamera – wenn auch nicht unbedingt eine Herzensangelegenheit.

Um die Jahrtausendwende setzte Minolta noch einen drauf: Die Dynax 7. Design, Haptik, Bedienung – alles passte. Für mich bis heute die beste Kamera, die Minolta je gebaut hat. Im Profisegment war bereits die Dynax 9 im Einsatz, doch mein Herz schlug für die 7er. Parallel begann allerdings der Umbruch: Die Fotobranche schwenkte ins Digitale.

Mein erster Schritt dorthin war 2004 die Konica-Minolta Dimage A2, eine Bridgekamera mit fest verbautem Zoom und einem im Vergleich zu heutigen Kameras kleinen Sensor. Für Experimente in der neuen Welt war sie brauchbar, für „richtige“ Bilder griff ich aber weiter zu Diafilm und der Dynax 7. Erst mit der Dynax 7D, die ich 2005 erwarb, endete meine analoge Ära endgültig. Sie war das digitale Ebenbild der Dynax 7 – inklusive großem Display und Gehäuse-Stabilisator. Ein echter Meilenstein.

2006 dann der große Einschnitt: Konica-Minolta zog sich zurück, Sony übernahm das Kamerageschäft. Mit der Alpha 700 stieg ich ein, blieb viele Jahre dabei und lernte ihre Stärken wie auch ihre Schwächen kennen – vor allem die geringe ISO-Leistung im Vergleich zu den immer empfindlicher werdenden Konkurrenten. 2015 folgte deshalb die Alpha 77 II. Der technologische Sprung war enorm: schneller Autofokus, elektronischer Sucher, praktische Zusatzanzeigen wie Wasserwaage und Histogramm.

Doch die Welt der Kameras drehte sich weiter. Sony setzte zunehmend auf spiegellose Systeme mit E-Bajonett. Für mich bedeutete das die bange Frage nach der Zukunft meiner A-Mount-Objektive. Zwar erlaubt ein Adapter die Weiterverwendung, doch klar ist: das A-Mount ist faktisch Geschichte. 2020 kam daher – eher zufällig – die Alpha 6000 in meine Tasche. Klein, leicht, vertraute Bedienung. Zunächst nur als Zweitkamera gedacht, vielleicht aber doch der Start ins spiegellose Zeitalter.

2025 stand schließlich der endgültige Wechsel ins E-Mount-System an. Nach einem vierwöchigen Praxistest des Tamron 18–300 mm zog eine Sony Alpha 6700 gemeinsam mit diesem Objektiv bei mir ein. Die Kamera verbindet eine moderne Ausstattung mit einer für mich vertrauten Bedienung und erlaubt mir dank des LA-EA5-Adapters weiterhin den Einsatz meiner bewährten A-Mount-Objektive. Damit ist der Umstieg auf das spiegellose System abgeschlossen – ohne meine fotografische Vergangenheit aufgeben zu müssen.

Mein Fazit nach all den Jahren: Minolta und später Sony haben mich zuverlässig begleitet. Manchmal war ich neugierig auf Canon oder Nikon, habe mit anderen Systemen geliebäugelt – aber wirklich bereut habe ich meine Wahl nie. Meine Kameras haben mir gute Dienste geleistet und mich nie im Stich gelassen. Und auch wenn manches Stück meiner Ausrüstung inzwischen Museumscharakter hat: fotografisch fühle ich mich bis heute gut aufgestellt.

Parallel zur neuen Kamera hat sich auch mein fotografischer Workflow verändert. 2026 bin ich bewusst von Windows zu Linux gewechselt und bearbeite meine Bilder heute mit Darktable und GIMP. Rückblickend war dieser Schritt für mich ebenso ein Neuanfang wie seinerzeit der Wechsel von der analogen zur digitalen Fotografie.